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14: Weihnachtstraum

Ich schreibe meinen Patenkindern jeden Tag eine Advents-E-Mail. Dieses Mal geht es um den allerschönsten Weihnachtstraum. Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Aber ich habe einen sehen können.

Mein Weihnachtstraum handelt von einem Zeitpunkt, an dem
die Menschen da sind, sehr wach und fröhlich und unverletzt. Ja,
unverletzt. Ohne Ängste, die sie zerfressen oder die sie daran hindern,
glücklich zu werden. Ohne gejagt zu werden. Ein Zeitpunkt, an dem sie
aufgehört haben, etwas zu wollen, für das sie dich gebrauchen können:
Geschenke, Geld, Aufmerksamkeit, Zuneigung, Macht, Liebe. Was auch immer.
Ein Zeitpunkt, an dem sie sich einfach nur freuen, dass du kommst. Einfach
nur da sind. Einfach lachen. Ohne Vorhaltungen zu machen, dich gegen
andere auszuspielen, die unterschwellige Vorwürfe zu machen, dich
anzubetteln, rumzuschubsen, einzusetzen, kurz: zu missbrauchen.

Das ist mein Traum. Das ist ein Moment, in dem du einfach mit den Menschen
eine gute Zeit hast. Du kannst lachen, weinen, lieben, tanzen, rennen,
schlafen. Einfach weil es so ist. Ohne dich zu entschuldigen. Ohne ständig
Rücksicht nehmen zu müssen. Ohne zu rechnen, zu berechnen, aufzurechnen.
Ohne etwas erfüllen zu müssen.

Diesen Traum nenne ich den Einfach-leben-Traum. Und der ist wunderschön.
Ja, dann ist es egal, ob du fliegst oder liegst oder schwimmst oder
pennst: Denn alles ist großartig.